Bilder unserer Ausstellung

Aus den Eninger Nachrichten 48/2021 vom 3. Dezember 2021.

Unsere Fotoausstellung im Eninger Rathaus läuft weiter. An den Donnerstagen von 14:30 Uhr bis 16 Uhr geht der Besuch ohne Anmeldung. In dieser Zeit ist immer eines unserer Mitglieder anwesend und freut sich über Rückfragen oder eine kleine Fachsimpelei unter Fotografen. Eine kleine Kostprobe unserer Bilder wollen wir Ihnen heute zeigen und Ihnen Appetit auf mehr Bilder und auf die Originale in Farbe und im großen Format machen. Denn manches entdeckt man erst vor Ort:

  • Wie auf einem Aquarell sieht die Mohnblume vor dem Kornfeld aus. Wie bei einem Aquarell muss die Fotografin schon im Voraus wissen, welche Bildwirkung sie erzielen will und wie sie dieses Ziel technisch umsetzt.
  • Das Foto des Kornbühls an einem klaren Wintertag zeigt die Salmendinger Kapelle in einem Licht, in dem man noch den kleinsten Zweig deutlich erkennt. Das Bild lebt von der Lichtstimmung, und wer wie Egon Rudelbach in der Nähe von Salmendingen wohnt, hat einen Heimvorteil.
  • Auf dem Foto der Schwimmer im Eninger Freibad, von dem ein Ausschnitt auch auf dem Flyer der Ausstellung zu sehen ist, sind neun Schwimmer zu sehen. Aber eigentlich sind es nur drei, wenn man genau hinschaut… Ein Bild wie dieses entsteht im Kopf, bevor es in der Kamera entsteht.
Birgit Stiebing
Mohn im Kornfeld
Belichtungszeit: 1/6400 s. Blende: f/2. Brennweite: 135 mm. Empfindlichkeit: ISO 400. Format: Vollformat.
Egon Rudelbach
Salmendinger Kapelle
Belichtungszeit: 1/400 s. Blende: f/11. Brennweite: 95 mm. Empfindlichkeit: ISO 200. Format: APS-C.
Michael Dürr
Fotoshooting im Freibad
Belichtungszeit: 1/900 s. Blende: f/2,8. Empfindlichkeit: ISO 100.

Nachtfotografie

Aus den Eninger Nachrichten 43/2021 vom 26. November 2021.

Wo es richtig dunkel ist, gibt es nichts zu fotografieren. Nachtfotografie braucht Lichtquellen, so wie wir Lichtquellen zur Orientierung in der Dunkelheit brauchen: Straßenlaternen, beleuchtete Fenster, angestrahlte Gebäude, den Mond…

Während unser Auge sich an mäßige Beleuchtung anpasst, kann das die Kamera nicht. Die Belichtungszeiten steigen dramatisch; ohne Stativ geht nichts. Wie lange man belichten muss, muss man ausprobieren. Lange Belichtungszeiten führen zu verwischten Bewegungen, die aber bewusst gestaltet werden können, wie z. B. die Lichtspuren von Autos.  Wenn man mit diesen Bedingungen umgehen kann, kann man nachts richtig tolle Bilder machen, ganz ohne Blitzlicht.

Unsere Auswahl in den Eninger Nachrichten ist allerdings eingeschränkt: Nachtaufnahmen wirken im Druck nur auf Kunstdruckpapier. Wie unsere Bilder im Zeitungsdruck herauskommen werden, wissen wir nicht. Aber einen Versuch ist es wert.

Das Reutlinger Riesenrad vor der Stadthalle ist ein typisches Nachtmotiv – ob mit der Betonung der Bewegung wie bei dem Foto, das wir in unserer Ausstellung im Eninger Rathaus zeigen, oder scheinbar im Stillstand wie hier. – Auch beleuchtete Gebäude haben ihren Reiz. Das Foto des Chile-Hauses in Hamburg profitiert davon, dass das Haus nicht, wie manche Burgen oder Kirchen, von wenigen Strahlern hell erleuchtet wird, während die ganze Umgebung im Dunkel versinkt. Eine Vielzahl von kleineren Lichtquellen modelliert die Form des Gebäudes. – Der bunte Lampion in der nächtlichen Straße verknüpft das Motiv Nacht mit den Laternenumzügen zum Martinstag am 11. November, die v. a. von Kindergärten veranstaltet werden, wenn nicht gerade Corona ist.

Peter Nabholz
Chile-Haus, Hamburg
Belichtungszeit: 5 s. Blende: f/10. Brennweite: 19 mm. Empfindlichkeit: ISO 200. Format: APS-C.
Gerd Bäuerle
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne
Belichtungszeit: 1/6 s. Blende: f/3,8. Brennweite: 22 mm. Empfindlichkeit: ISO 400. Format: APS-C.
Marion Renz
Riesenrad Reutlingen
Belichtungszeit: 1/6 s. Blende: f/3,8. Brennweite: 16 mm. Empfindlichkeit: ISO 100. Format: APS-C.

Treppen

Aus den Eninger Nachrichten 46/2021 vom 19. November 2021.

Treppen gehören in Historienfilmen zum großen Kino. Der Graf schreitet eine breite Freitreppe hinab, was seine hervorgehobene Stellung unterstreicht. Vor vielen Schlössern gibt es solche Freitreppen, die schön aussehen, aber oft baulich nicht notwendig sind. Auch heute sind Treppen vor allem in öffentlichen Gebäuden und in exklusiven Wohnhäusern ein Blickfang und ein architektonisches Aushängeschild.

Unser erstes Bild zeigt eine Wendeltreppe von 1895, die zur Spitze des Leuchtturms von Eckmühl in der Bretagne führt. Es ist eine technisch aufwendige Konstruktion, denn die Treppe ist allein an der Außenmauer befestigt. Die Achse in der Mitte, das sogenannte Auge, ist frei, was dem Ganzen Leichtigkeit verleiht, aber von der Statik her nicht unproblematisch ist. Heute stauen sich hier die Touristen, die die Aussicht genießen wollen, weil die Treppe nur eine bestimmte Last aushält und immer nur eine Handvoll Leute gleichzeitig auf der Treppe sein dürfen. Auf unserem Bild, das vom Fuß der Treppe aufgenommen ist, wirkt die Treppe wie eine Spirale mit immer kleineren Windungen.

Die Treppe im Tate Modern Museum in London hat viel von der Strenge und Kühle der Bauhaus-Architektur, etwa der Treppen im Bauhaus Dessau. Durch die symmetrische Ansicht wird diese Strenge unterstrichen. Die beiden Personen auf der Treppe auf dem ansonsten menschenleeren Bild erinnern ein wenig an Oskar Schlemmers Gemälde der Bauhaustreppe.

Das letzte Bild zeigt die Metalltreppe im Turm auf der Achalm von oben, wie sie im Viereck durch das Innere des Turms führt.

Birgit Stiebing
Wendeltreppe im Leuchtturm von Eckmühl
Belichtungszeit: 1/60 s. Blende: f/8. Brennweite: 24 mm. Empfindlichkeit: ISO 800. Format: Vollformat.
Peter Nabholz
Treppe im Museum Tate Modern, London
Belichtungszeit: 1/20 s. Blende: f/5,6. Brennweite: 37 mm. Empfindlichkeit: ISO 1600. Format: APS-C.
Marion Renz
Achalmturm
Belichtungszeit: 1/125 s. Blende: f/7,1. Brennweite: 16 mm. Empfindlichkeit: ISO 3200. Format: APS-C.
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